«Das Magazin» nur noch kostenpflichtig und ausschliesslich für iPad

«Das Magazin» ist eine Autorenzeitschrift, die jeweils am Samstag dem Zürcher Tages-Anzeiger und anderen Schweizer Tageszeitungen beiliegt. Heute verkündet das «Magazin» die Veröffentlichung einer iPad-App, die jeweils am Freitag den Kauf einer einzelnen Ausgabe zum Preis von CHF 1.10 (rund EUR 0.85) ermöglicht:

[…] Die digitale Version des «Magazins» umfasst alle Inhalte des gedruckten Heftes und bietet zusätzliche Texte, Bilder und Videoclips. […]

So weit, so gewöhnlich. Ungewöhnlich ist hingegen, was man erst auf den zweiten Blick bemerkt, nämlich wenn man direkt auf der Website einen Artikel wie gewohnt im Volltext lesen möchte – das «Magazin» ist ab sofort ausschliesslich kostenpflichtig per iPad zugänglich! :roll:

Unsere Artikel sind ab jetzt nicht mehr gratis auf der «MAGAZIN»-Webseite zugänglich. Dafür ist «DAS MAGAZIN» ab sofort auch als iPad-Version erhältlich.

Wer das «Magazin» digital und nicht gedruckt lesen möchte, muss zwingend über ein iPad verfügen (ab CHF 649.00 in der Schweiz, rund EUR 485.00). Und selbst wer bereits per Abonnement einer Tages-Zeitung für das «Magazin» bezahlt, muss erneut bezahlen … mehr als simples Lesen scheint mit der «Magazin»-App nicht möglich zu sein, insbesondere entfällt die bisherige Kommentarmöglichkeit der Website. Ebenfalls nicht mehr möglich ist das Verweisen auf «Magazin»-Artikel per Weblink, beispielsweise bei Twitter, worin für mich jeweils der Hauptgrund zum Lesen im «Magazin» bestand. Zum Glück gibt es mehr als genug lesenswerte Inhalte im Internet! :D

(Via @ronniegrob.)

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19 Antworten auf «Das Magazin» nur noch kostenpflichtig und ausschliesslich für iPad

  1. bugsierer schreibt:

    hm… sehr durchdacht scheint mir das ganze nicht. und was passiert mit dem momentan noch zugänglichen archiv? dort hat es immerhin ein paar hundert sehr schlaue kommentare drin (und auch ein paar hundert nicht so schlaue ;-)

    typisch magi ist auch die art, wie das ganze eingeführt wird. als seit anfang bei der tagimagiseite angemeldeter benutzer muss ich via twitter von diesem unausgegorenen konzept erfahren. ehr ärmlich. ein mail an die user hätte ja kaum was gekostet. ausser die user ernst nehmen.

    das magazin hat in den letzten jahren eh massiv an profil und relevanz verloren. jetzt werden sie noch mehr verlieren. eine ipad app ist noch kein konzept, aus diesem dilemma rauszukommen.

    ts…

  2. tin schreibt:

    Da diskutiert die Blogwelt die Problematik “bezahlte Inhalte” – und jetzt soll das die Antwort sein, die Leserschaft auf dem Internet zur Kasse zu bitten? Abonnenten des Tagi sollen nochmals bezahlen? Inhalte sind nur mit iPad lesbar? Das ist doch ein Witz – der 1. April ist erst in 6 Monaten.

  3. Georg Weber schreibt:

    Auf diese Art und Weise wird das Ganze zum totalen Desaster. Für die Leser und das TA-Magazin, weil sozusagen ein Rückzug aufs Papier. Meine Prognose: In spätestens zwei Monaten wird man neben der iPad-Version auch wieder die kostenlose Webversion anbieten.

    Eine Frage an die Leute, welche DasMagazin auf ihr iPad heruntergeladen haben: Kann man damit Artikel noch kommentieren? Ich vermute, die App hat keine Kommentarfunktion. Würde gut passen zur leserfeindlichen Haltung des Magazin-Chefredaktors.

  4. Lukas schreibt:

    mehr als simples Lesen scheint mit der «Magazin»-App nicht möglich zu sein, insbesondere entfällt die bisherige Kommentarmöglichkeit der Website

    Anscheinend nicht.

    Hinsichtlich der Artikel bin ich mir aber ziemlich sicher dass keine gesicherte Verbindung zum Newsserver aufgebaut wird respektive die Daten in irgendeiner Funktion obfuscated sind und es somit nicht schwierig sein dürfte den Netzwerkverkehr der App am Access Point zu sniffen und die Daten entsprechend aufzubereiten.

  5. Pingback: “Das Magazin” digital nur noch per iPad? Netzzukunft

  6. Josephine schreibt:

    Das ist alles andere als toll. Die Verbannung der Kommentarfunktion ist aber so eine Sache, die beim Magazin auch ohne iPad früher oder später eingeführt worden wäre. Es ist in letzter Zeit ja auch hin und wieder vorgekommen, dass man am Wochenende bis weit in die darauf folgenden Tage nicht kommentieren konnte. Auch wurde die Funktion bei einzelnen Artikeln gesperrt, wie etwa beim Schleimerbeitrag von Michelle Roten über die Architektin Vera Glor, von ihren Widerparten auch “Miss Gentrification” genannt.

    Ganz allgemeinen ist es doch so, dass Journis nichts mehr hassen als die so genannten Talkbacks, und allen voran die Talkbacker selbst. Es sei denn, mit solchen Beiträgen lässt sich gut Stimmung machen; sieht man ja auf dem Newsnetz oft genug. Die “Einbindung” der Leserschaft als Kommentatoren, Hobbyschreiber und Fotografen ist nunmal ein Anliegen, welches vor allem von den Unternehmensführungen der jeweiligen Medienkonzerne vorangetrieben wird, weil sie sich dadurch eine bessere Leserbindung erhoffen.

    Beim Magazin hatte ich je länger je mehr das Gefühl, dass vor allem der Chefredaktor recht dünn besaitet ist. Denn es sollte eigentlich tabu sein, dass sich ein Journalist mittels eines Talkbacks einmischt und dabei gelegentlich auch noch die addressierten Verfasser abkanzelt.

  7. Pingback: Zürcher Presseverein » Tagi-Magi schliesst sich auf dem iPad ein

  8. Pingback: iReview 39/2010 - iPad, iPhone - ApfelBlog

  9. gis schreibt:

    Ja, so ist das eben, wenn man blind einem “Messias” (O-Ton Döpfner zum iPad) hinterher hechelt. Aber die tamedia ist ja zum Glück nicht das Mass aller Dinge …

  10. Erwin schreibt:

    warum muss ich jetzt (TA-Abbo seit mehr als 40 Jahre!!) auch noch für Artikel aus dem
    “DAS MAGAZIN”
    zusätzliche “Kosten” übernehmen?
    Das Jahresabbo ist scheinbar nicht genügend hoch!?

    Ich erwarte ein einziges Mal eine ehrliche Ausrede dazu.

  11. jan zuppinger schreibt:

    na immerhin, im app shop können wir noch kritische kommentare hinterlassen zu diesem dummen und kurzsichtigen business modell. der tagi hat leider sehr wenig begriffen. das spannende an ipad apps sollte doch für jedes print-medium die verlinkbarkeit auf twitter und facebook sein.

  12. Frank schreibt:

    Ich kann mich nur all meinen Vorschreibern/innen anschliessen: Adios Magazin. Ich werde deswegen sicher keinen iPad kaufen und auch keine Tageszeitung abonnieren. Ich wäre bereit etwas zu bezahlen (aber weniger als 1.10, so viel kostet nämlich fast die Print-Tageszeitung inkl. Tagesmagazin, aber per online braucht es keinen Druck, keinen Transport und keine Verteilung mehr…), aber ganz normal wie die meisten via PC und Internet.

  13. Pingback: ruff linkage 201041 | PieceoPlastic TAZ – The Revolution Will Be Blogged

  14. _sigi_ schreibt:

    Na dann ist das TagiMagi wohl endgültig für mich gestorben, ausser ich stolpere mal zufällig in einem Café darüber. Eine kleine verschworene Gemeinde wird dem TagiMagi wohl noch erhalten bleiben. Ob die Bezahlstrategie die richtige ist, um Inhalt unter die Leute zu bringen und Relevanz zu reklamieren?

  15. heuschreck schreibt:

    ich verstehe nicht, was am ta-magazin “hochqualitativ” sein soll. die artikel erinnerten nur noch an zweitklassigen thesenjournalismus und “sex sells”. was man zwei monate früher in “wired”, “new yorker” und “economist” lesen konnte, wurde dann auch vom magi nochmals aufgewärmt.
    ich lese diesen müll nicht mehr. am schlimmsten: die redaktion lernt nichts aus leserkommentaren, sondern zensiert diese lieber. adios! auf nimmerwiederlesen, ta-magi!

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