Macken rund um «Things» auf iPhone/iPod Touch

«Things» ist eine der populärsten Getting Things Done (GTD)-Anwendungen für Mac und iPhone/iPod Touch. Letzte Woche veröffentlichte ich eine gravierende Sicherheitslücke in «Things», die ich beim Formulieren eines Blogeintrages über «Things»-Macken im Allgemeinen entdeckte hatte. Nachfolgend nun die entsprechende Aufstellung von allgemeinen Macken in «Things» für iPhone und iPod Touch («Things Touch») und gleichzeitig auch der vorläufig letzte Blogeintrag rund um Cultured Code und «Things» …

Synchronisation mit Tücken

Zahlreiche Macken bestehen im Zusammenhang mit der Synchronisation zwischen den «Things»-Versionen auf Mac und iPhone/iPod Touch. Da Apple keine Synchronisation per iTunes erlaubt – diese bleibt Apple-eigenen Anwendungen wie iCal vorbehalten –, musste «Things»-Entwicklerin Cultured Code eine eigene Synchronisationsfunktion auf WLAN-Grundlage entwickeln, woraus einige Macken resultieren …

  • Die Synchronisation erfolgt nicht automatisch, sondern nur manuell – entweder durch Starten von «Things Touch» oder durch Auslösen der Synchronisation in den Einstellungen von «Things» auf dem Mac. Nach dem Programmstart lässt sich «Things Touch» nicht erneut synchronisieren, man muss dafür die Anwendung erneut starten oder die Synchronisation in «Things» auf dem Mac auslösen. Die Notwendigkeit der manuellen Synchronisation bedeutet auch, dass man als «Things»-Benutzer selbst gewährleisten muss, dass die «Things»-Daten auf Mac und iPhone/iPod Touch jeweils auf dem gleichen Stand sind;
  • Die Synchronisation erfolgt mangels Multitasking auf dem iPhone nicht im Hintergrund, sondern blockiert jeweils die Nutzung von «Things Touch». Zum Glück dauert die Synchronisation üblicherweise nur wenige Sekunden!

… weitere Macken bei der Synchronisation sind Cultured Code zuzurechnen, insbesondere erfolgt die Synchronisation per WLAN ohne Verschlüsselung, worin Cultured Code absurderweise keine Sicherheitslücke sieht, sondern die Sicherheit der «Things»-Synchronisation schlicht als Benutzersache deklariert.

Eine weitere Macke, die Cultured Code beheben muss, sind Probleme der Datenintegrität beim Synchronisieren, das heisst beim Synchronisieren werden Daten teilweise unerwünschterweise verändert – so wird bisweilen «4000» als Jahreszahl eingesetzt und ältere Daten der «Things Touch»-Version können neuere Daten in «Things» auf dem Mac überschreiben. Beide Macken treten zum Glück nicht regelmässig auf! :)

Funktionsumfang mit Lücken

«Things Touch» ist im Funktionsumfang nicht deckungsgleich mit «Things» auf dem Mac. Aufgefallen sind mir insbesondere folgende Funktionen, die in «Things Touch» fehlen …

  • Regelmässige Aufgaben können in «Things Touch» nicht konfiguriert werden; regelmässige Aufgaben, die in «Things» auf dem Mac erstellt wurden, werden aber immerhin als einzelne Aufgaben angezeigt;
  • «Things Touch» kennt keine Suchfunktion für Aufgaben;
  • «Bereiche» können in «Things Touch» angezeigt und verwendet, nicht aber erstellt oder gelöscht werden – dafür muss «Things» auf dem Mac genutzt werden;
  • Aufgaben können in «Things Touch» keinen Personen zugeordnet werden; entsprechende Zuordnungen aus «Things» auf dem Mac werden nicht synchronisiert;
  • Notizen werden in «Things Touch» angezeigt und können bearbeitet werden, Verweise aus «Things» auf dem Mac, beispielsweise auf Dateien oder E-Mails, sind aber nutzlos – solche Verweise werden zwar angezeigt, funktionieren aber nicht, da die entsprechenden Daten nicht synchronisiert werden;

  • Erledigte Aufgaben werden in «Things Touch» nicht automatisch geloggt – man muss dazu (bei entsprechender Konfiguration) die Anwendung jeweils neu starten.

iTouch-Komfort mit Mängeln

Einige Aspekte von «Things Touch» könnten komfortabler daherkommen, insbesondere sind mir diesbezüglich folgende Macken aufgefallen …

  • Die Darstellung im Querformat steht in «Things Touch» bislang nicht zur Verfügung;

  • In den Listen werden Aufgabenbeschreibungen, die etwas länger sind, nicht vollständig angezeigt, was die Übersicht erschwert – gerade dafür wäre die Darstellung im Querformat äusserst nützlich;

  • «Things Touch» stammt von deutschen Entwicklern, ist aber nicht vollständig lokalisiert.

Fazit

«Things Touch» ist trotz allen erwähnten Macken bereits produktiv nutzbar, mit den meisten (häufig iPhone/iPod Touch-bedingten) Einschränkungen lässt sich in Verbindung mit «Things» auf dem Mac umgehen … äusserst unglücklich ist aber die Sicherheitslücke beim Synchronisieren per WLAN, zumal sich Cultured Code bislang weigert, diese anzuerkennen und zu beheben. Ebenso bekundet Cultured Code Mühe, den eigenen Ankündigungen Taten folgen zu lassen.

Im Ergebnis ist «Things Touch» empfehlenswert, sofern man (1.) keine Erwartungen an die weitere Entwicklung und (2.) das schnelle Beheben von Fehlern hegt sowie (3.) auf grundlegende Sicherheit beim Synchronisieren per WLAN verzichten kann. Ich selbst bin optimistisch und hoffe, dass die Entwicklung von «Things» früher oder später fortgesetzt und die WLAN-Sicherheitslücke doch noch behoben wird – von deutschen Entwicklern kann man schliesslich deutsche Wertarbeit erwarten! ;)

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8 Antworten auf Macken rund um «Things» auf iPhone/iPod Touch

  1. Lasse schreibt:

    Die drei Punkte die Du im Fazit ansprichst sind meiner Meinung nach nicht zu vernachlässigen. Fange gerade erst an mich mit dem Thema zu beschäftigen und habe mir gestern Things für das iPhone gekauft. Auf die Desktop-Version verzichte ich vorerst aus den von Dir genannten Gründen. Ob ich Things Touch weiterhin nutzen werde, steht so natürlich auch in den Sternen.

    Zum einen, da ich für mich erstmal nicht sagen kann ob mir das ganze hilft, zum anderen möchte ich nicht auf die Option Desktop-Version verzichten wenn ich es gerne weiter nutze. Sollte es so bleiben und nicht mehr gepflegt werden, dann muss ich eben auf andere Software ausweichen. Wär schade drum…

  2. dr3do schreibt:

    #Synchronisierung
    Bin testweise von Things auf Omnifocus umgestiegen. Dort funktioniert die Synchronisierung problemslos im Hintergrund, so gar via MobileMe. :-)

    #Cultured Code
    Im Grunde sind die bei mir «durch», weil Sie support- und feedback mässig überhaupt nicht reagieren. Ähnlich deinem «Unkultur-Artikel».

    • MacMacken schreibt:

      Bin testweise von Things auf Omnifocus umgestiegen.

      Gibt es eine Testversion für iPhone und iPod Touch? Mit OmniFocus konnte ich mich bei früheren Gelegenheiten nicht anfreunden, zu sehr «eierlegende Wollmilchsau» – aber je nach Entwicklung bei Cultured Code werde ich mich umsehen müssen …

      Dort funktioniert die Synchronisierung problemslos im Hintergrund, so gar via MobileMe.

      … wie funktioniert die Synchronisation im Hintergrund auf dem iPhone? Ist eine Verschlüsselung der Daten möglich oder werden die Daten Mobile Me-typische im Klartext übertragen?

      Im Grunde sind die bei mir «durch», weil Sie support- und feedback mässig überhaupt nicht reagieren. Ähnlich deinem «Unkultur-Artikel».

      Ja, die feiern ihre Auszeichnungen und ignorieren ihre wichtigsten Benutzer … das «Things»-Diskussionsforum ist voll von entsprechenden Diskussionen, entsprechend wird es nun nicht mehr verlinkt, wie man es schon bei anderen Entwicklern gesehen hat.

  3. Ralf Wenzel schreibt:

    Things ist bei meinem damaligen Test (für MacMacken) ja auch schon durchgefallen. Inzwischen bin ich beim Personal Informant gelandet und ziemlich zufrieden. Das Teil hat echt Potential, ist aber auch jetzt schob ausreichend gut für den produktiven Einsatz.

  4. Ralf Wenzel schreibt:

    Pocket Informant stimmt nat.

  5. Andy schreibt:

    Wieso geht die Synchronisierung nicht im Hintergrund? Instapaper kann es auch! Sogar vollautomatisch in der Pro-Version!

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