10 × Macken von Time Capsule
Donnerstag, 1. Mai 2008 um 7:20 Uhr«Time Capsule», Apples Kombination aus AirPort Extreme-Basisstation, Network Attached Storage (NAS) und «Time Machine» funktioniert ordentlich, aber erwartungsgemäss nicht ohne Macken – zehn davon finden sich in der nachfolgenden Aufzählung. Für eine ausgewogenere Betrachtung der «Time Capsule» lohnt sich ein Besuch bei neuerdings.com, wo Andreas Göldi Anfang März 2008 zwei entsprechende Blogeinträge verfasst hat …

1. Die Geschwindigkeit der Datenübertragung zur «Time Capsule» ist unbefriedigend mit lediglich etwa 12 MB/s per LAN (Gigabit-Ethernet) und etwa 3 MB/s per n-WLAN. Die Datensicherung mit «Time Machine» und «Time Capsule» verlangt entsprechend viel Geduld, insbesondere beim ersten Durchlauf sowie nach einem Unterbruch der Datensicherung. Die gleichzeitige Verwendung der «Time Capsule» zur Datensicherung und zum Abspielen von Mediendateien ist in der Folge problematisch, zumal es an jeder Art von Quality of Service (QoS) fehlt. Aus dem gleichen Grund problematisch ist die Datensicherung von mehreren Macs; läuft bereits eine Datensicherung, können weitere Datensicherungen nur mit sehr geringer Geschwindigkeit durchgeführt werden, so dass die entsprechenden Macs durch «Time Machine» unnötig lange beansprucht werden.

2. Die Sicherheit der «Time Capsule» beschränkt sich auf den Zweck als Speicherplatz für die Datensicherung mit «Time Machine». Die Daten auf der Festplatte der «Time Capsule» selbst sind lediglich durch allenfalls definierte Zugriffsrechte und die dazu gehörigen Passwörter geschützt, eine Verschlüsselung hingegen ist nicht vorgesehen. Damit ist die «Time Capsule» ein verlockendes Ziel für Datendiebstahl – wer unbefugt in den Besitz einer «Time Capsule» gelangt, kann komfortabel auf den gesamten «Time Machine»-Datenbestand der betreffenden Macs zugreifen. Ebenfalls beruhigend ist Festplattenverschlüsselung im Fall von Austausch oder Reparatur nach einem Defekt.

3. Die Festplatte in der «Time Capsule» bewegt sich angeblich «auf Serverniveau» – die Richtigkeit dieses Werbeversprechens ist allerdings umstritten. Mit Blick auf die ständig wachsenden Speicherkapazitäten von Festplatten ist unerfreulich, dass kein Austausch der Festplatte vorgesehen ist (obwohl durch brachiales Öffnen der «Time Capsule» grundsätzlich möglich). Externe USB-Festplatten lassen sich zwar an die «Time Capsule» anschliessen, aber ihre Kapazität kann nicht ergänzend zur internen Festplatte für die Datensicherung mit «Time Machine» genutzt werden.
4. Der Preis der «Time Capsule» ist zumindest in der Schweiz viel zu hoch; Apple lässt sich den schwachen US-Dollar vergolden.
5. Als Lärm empfinden dürften viele «Time Capsule»-Benutzer die Lüftung, die für die Festplatte in der «Time Capsule» notwendig zu sein scheint. Immerhin springt die Lüftung – ein deutlich hörbares Rauschen – nur an, wenn die Festplatte tatsächlich benötigt wird und entsprechend Wärme entsteht. Räume, in denen Ruhe wichtig ist, kommen als Standort für die «Time Capsule» nicht in Frage.
6. Bestehende Datensicherungen mit «Time Machine» können nicht auf die «Time Capsule» übertragen werden. Wer sich zur Datensicherung via «Time Capsule» entscheidet, muss die «Time Machine»-Datensicherung von Anfang an neu beginnen – dieser Neuanfang dauert einerseits sehr lange (siehe oben), andererseits kann man auf die bisherigen Versionen der Datensicherung nicht mehr direkt zugreifen.
7. Als «Einbahnstrasse» präsentiert sich die «Time Capsule» im Bezug auf die Datenübertragung per USB. Per LAN und WLAN können Daten gelesen und geschrieben wird, per USB hingegen können Daten nur von der «Time Capsule» auf eine externe USB-Festplatte an der «Time Capsule» geschrieben werden – die Funktion nennt sich «Archivierung» –, der umgekehrte Weg hingegen ist nicht möglich. Nützlich wäre diese Möglichkeit für das effiziente «Betanken» der «Time Capsule»-Festplatten mit USB-Geschwindigkeit, beispielsweise für die erste Datensicherung, die per LAN/WLAN sehr lange dauert.
8. Der Stromverbrauch der «Time Capsule» beträgt bis zu 30 W. Im regulären Betrieb mit Festplatte werden etwa 20 W erreicht, im Ruhezustand ohne Festplatte und Netzwerk rund 15 W. Müsste das nicht sparsamer gehen? (unter anderem via MacUser.de)
9. In Sachen Wärme ist die «Time Capsule» ein echter Mac – sie wird bereits im Winter spürbar warm … ob die «Time Capsule» mit den hohen Temperaturen im Sommer kompatibel ist?
10. Die Macken von «Time Machine» treten naturgemäss auch bei der Nutzung von «Time Capsule» als Ergänzung zu «Time Machine» auf. Zu den lästigeren Macken zählen die ungenügende Zusammenarbeit zwischen «Time Machine» und FileVault, die auf Mac und PC beschränkte Konfiguration («AirPort-Dienstprogramm»), die Probleme beim sicheren von grossen Dateien und die wenig ergonomische «Weltall»-Benutzeroberfläche.
… wie oben erwähnt funktioniert die «Time Capsule» ordentlich. Persönlich sehe ich vor allem bei der Sicherheit der Daten auf der «Time Capsule» Nachholbedarf, mit den anderen Macken lernt man zwangsläufig zu leben, zumal es an Alternativen fehlt …
Gibt es noch weitere «Time Capsule»-Macken, die an dieser Stelle erwähnt werden sollten?
Donnerstag, 1. Mai 2008 um 11:23 Uhr
Oh ja! Verschlüsselung für die Time Capsule wäre ein Traum!
Freitag, 2. Mai 2008 um 11:03 Uhr
Danke MacMacken. Es gibt sie also doch, kritische Mac-User, die auch mitdenken (Sicherheitsgedanke).
Mich stören Geräte, wo ich nicht selber die Festplatte tauschen kann, denn ich habe meine Probleme damit im Garantiefall mich darauf verlassen zu müssen, dass der Service da die Finger von lässt. Das ist ja nicht nur bei der Time Capsule so, sondern auch beim iMac.
Der Sicherheitsgedanke kommt mir bei Apple ohnehin oft zu kurz. So wird AFAIK ohne .mac beim Screensharing keine Verschlüsselung genutzt. Selbiges für iChat, wo weder GPG noch OTR untestützt wird. Wenigstens kann man für Audi-Und Videochat wohl auf Zfone zurückgreifen.
Zurück zum Thema:
Für Verschlüsselung reicht wohl die Leistung nicht. Hier erhoffe ich mir in Zukunft mehr, wenn vielleicht aktuelle SoCs verbaut werden.
Idee von Time Capsule ist gut aber überzeugen tut mich die bisher nicht. Von der Performance muss man auch nicht reden.