Privatbankier Hummler relativiert Spam
Sonntag, 20. April 2008 um 16:05 UhrE-Mail funktioniert (grundsätzlich!) unabhängig vom Betriebssystem und so ist Spam auch für viele Mac-Benutzer eine Plage, zumal «Apple Mail» von Mac OS X Spam leider nicht immer zuverlässig filtert. Umso trauriger stimmt mich jeweils, wenn Spam in der Öffentlichkeit gerechtfertigt oder gar verherrlicht wird, so wie beispielweise vom renommierten Schweizer Privatbankier Konrad Hummler in einem Interview in der heutigen SonntagsZeitung (leider kein direkter Weblink möglich) …
Herr Hummler, als Privatbankier verfassen Sie viel beachtete Anlagenkommentare. Darin empfehlen Sie auch die Lektüre von Spam. Gefällt Ihnen die E-Mail-Massenwerbung?
Spam muss nicht schlecht sein. Denken Sie an Herrensocken! Immer wieder erreicht mich Spam, die dafür wirbt. Ich fand heraus, dass Männer im Durchschnitt jährlich 33 Paar Socken benötigen. Es ist doch bequem, auf eine solche E-Mail zu klicken und Herrensocken übers Internet zu bestellen.
Meistens bewirbt Spam Potenzmittel.
Da habe ich zum Glück keinen Bedarf. Aber bei Männern ab 45 existiert ein beachtlicher Markt für solche Helfer. In der Vergangenheit musste man sich überwinden, zum Arzt zu gehen und ihm das intimste Problem zu berichten. Heute können Sie im Internet diskret Viagra bestellen. Spammer würden keine Massenwerbung dafür versenden, wenn nicht die Nachfrage bestünde.
Haben Sie schon auf Spam reagiert und gekauft?
Natürlich. Lange Zeit suchten meine Frau und ich nach bestimmten Möbelstücken. Eines Tages stiess ich in der Spam auf die Werbung eines Berliner Händlers, der genau diese Gegenstände anbot. Wir bestellten, bezahlten und bekamen einwandfreie Ware geliefert.
[…]
… Hummler erkennt zutreffend, dass Spam dadurch gefördert wird, dass die beworbenen Produkte tatsächlich bestellt werden – und fördert offensichtlich Spam trotzdem mit der eigenen Nachfrage!
Spam gilt in der Schweiz gemäss dem Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) übrigens als unlauter … und was die erwähnten Herrensocken betrifft, gibt es mit Blacksocks einen seriösen und empfehlenswerten Anbieter für die Bestellung per Internet!
Sonntag, 20. April 2008 um 16:38 Uhr
Hummlers ist Klasse. Ich, als deutscher kann z.B. einen Blick auf:
http://www.weltwoche.ch/artike.....egoryID=91 nur empfehlen.
Sonntag, 20. April 2008 um 17:33 Uhr
Es wird Zeit die E-Mail Adressen von Herrn Hummler zu veröffentlichen damit er frisch in den Tag starten kann mit ein paar 1000 Spam-Mails.
Unglaublich, kopfschüttelnd.
Sonntag, 20. April 2008 um 17:33 Uhr
Schliesslich braucht er auch sicher 100 Sockenabos
Sonntag, 20. April 2008 um 18:19 Uhr
Oh Gott. Solch einen Schwachsinn habe ich bezgl. Spams noch nie gehört. Ich, meine Freundin und mit Sicherheit auch mein gesamter Freundeskreis und deren Freundeskreise etc pp brauchen kein Viagra, Herrensocken und ich habe noch nie eine Spam-Mail über Möbelstücke erhalten. Meistens handelt es sich bei meinen Spams um Viagra oder irgendwelche Glücksspiele.
Vielleicht vertauscht er auch ganz einfach Spam mit Newsletter, denn anders kann ich mir seine Ansicht nicht erklären.
Idiot.
Sonntag, 20. April 2008 um 21:14 Uhr
Interessante Aussage von Herr Hummler. Wer Spam-Geworbene Artikel, dann tatsächlich auch noch bei dem Spammer einkauft, der ist wirklich nicht ganz dicht oder hat Geld wie Heu. Denn meistens gibt es bessere Ware für weniger Geld bei seriösen Anbieter. Oder verwechselt Herr Hummler hier Spam mit akzeptierten Werbemails?
So löblich finde ich aber seine Einstellung gegenüber Blogs, dem surfen am Arbeitsplatz und der Content-Zensur am Arbeitsplatz. Theme die in dem besagten Artikel in der Sonntags Zeitung auch behandelt werden.
Sonntag, 20. April 2008 um 21:21 Uhr
… das wiederum halte ich für keine gute Idee – Kritik in Worten genügt IMHO voll und ganz.
Sonntag, 20. April 2008 um 21:53 Uhr
Im Prinzip löblich, in Realität aber problematisch … gab es beispielsweise nicht diesen Fall bei Amazon, wo bekannt wurde, welche Bücher bevorzugt von Microsoft-Mitarbeitern bestellt wurden? Ähnliches droht jedem Unternehmen und zwar nicht nur im Bezug auf Bücher …
Samstag, 6. September 2008 um 17:56 Uhr
St. Gallen hat wirklich Pech: Erst Spam, jetzt Kinderporno (schreibt Blogpapst Hogenkamp unter http://twitter.com/phogenkamp/statuses/908377228). Was kommt als nächstes?